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Trockenbausysteme und Brandschutz

 Beliebte Konstruktion erfordert besondere Kenntnisse - Aktualisierungen in Regelwerken beachten

 

Im Wohnungs-, Schul-, Hotel-, Krankenhaus- oder Industrie- und Gewerbebau werden zunehmend Aufgabenbereiche des baulichen Brandschutzes durch Trockenbausysteme übernommen. Gleiches gilt auch für die Sanierung von verschiedenen Gebäuden. Eine besondere Bedeutung hat hier die Bildung von Brandabschnitten und die Sicherung von Rettungswegen.

Zu den Trockenbaukonstruktionen, die als Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes eingesetzt werden, zählen u.a.

  • das Errichten von Brandwänden, feuerbeständigen oder feuerhemmenden Wänden
  • das Herstellen von Unterdecken, Trockenunterböden und Systemböden
  • das Bekleiden von Stützen, Trägern und Verbänden
  • das Herstellen von Installationskanälen und Schachtverkleidungen (Schachtwänden)

Um die Feuerwiderstandsfähigkeit der Systeme nicht wieder aufzuheben, sind dabei besondere Kenntnisse notwendig.

Die seit 2016 geltende europäische Harmonisierung im Bereich der Gipsplatten und anderer Baustoffe auf Gipsbasis brachte ebenfalls Änderungen mit sich, die insbesondere die Verwendung von Bauprodukten / Bauarten sowie Baustoffklassen und Klassifizierung von Bauteilen betreffen. So gab es  besonders in Bezug auf die Wandhöhen sowie auf die Tragfähigkeit von Trennwänden einschneidende Änderungen. 

Ein besonderes Augenmerk muss neben den spezifischen konstruktiven Lösungen auch auf das Erkennen der Zusammenhänge zwischen geregelten und nicht geregelten Bauprodukten bzw. Bauarten, sowie die Führung von Übereinstimmungsnachweisen auf Grundlage der MBO vom 20.4.2016 und der neuen Muster Verwaltungsvorschrift technische Baubestimmungen gelegt werden. Auch der Unterschied zwischen „nichtwesentlichen Abweichungen“ und „erweiterten Anwendungen“ ist dabei zu beachten.

Ein weiterer Konflikt entsteht dadurch, dass die von den beteiligten Gewerken zu erbringenden Leistungen von verschiedenen Planern ausgeschrieben und vergeben werden. Die Leistungen werden dazu noch zu unterschiedlichen Zeiten im Bauablauf erbracht. Eine schlechte Bauleitung vertieft diesen Konflikt noch zusätzlich. Das Trockenbauunternehmen ist bei der Erbringung der geschuldeten Leistung „nichttragende innere Trennwand nach DIN 4103-1 als Metalleinfachständerwand ... Feuerwiderstandsklasse nach DIN 4102-2; F 90-...“ von der Qualität und Fachkompetenz anderer Gewerke abhängig. Hierbei wird häufig übersehen, dass Rohr- oder Kabelabschottungen nur dann in Trennwände eingebaut werden dürfen, wenn dies gemäß Verwendbarkeitsnachweis (Allgemein Bauaufsichtliche Zulassung) möglich ist.

Ein Beitrag von

Dipl.-Ing. Peter Wachs

  • Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz und Trockenbau
  • Buchautor „BRANDSCHUTZ im Detail Trockenbau“

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Baulicher Brandschutz durch Trockenbaukonstruktionen