Design Security Forum AG

Brandschutz in Krankenhäusern & Pflege- und Senioreneinrichtungen

von Prof. Dr.-Ing. Gerd Geburtig


Das Großbrandereignis im Bochumer Universitätsklinikum bestätigte auf sehr tragische Art und Weise wieder einmal, dass den Brandschutzmaßnahmen bei Krankenhäusern und baulichen Anlagen ähnlicher Zweckbestimmung dem Brandschutz eine ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Insbesondere Betreiber von bestehenden Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen fragen sich daher gegenwärtig auch, ob sie für einen solchen Brandfall wirklich ausreichend gewappnet sind.

Die vorliegenden Vorschriften zum Brandschutz von Krankenhäusern oder Pflege- und Senioreneinrichtungen haben jedoch zumeist nur einen empfehlenden Charakter und sind nicht verbindlich. Zum sachgerechten Umgang im Bestand fehlen gänzlich praktische Regelungen.

Um die pflegetechnische bzw. medizinische Fürsorgepflicht mit den Anforderungen eines angemessenen Brandschutzes bei Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Senioreneinrichtungen miteinander vereinbaren zu können, ist es wichtig, sich mit den jeweiligen Funktionen und den brandschutztechnischen Notwendigkeiten im Zusammenhang auseinanderzusetzen. In der Praxis kommt es jedoch bei Planung, Bau und Betrieb vielfach zu Konflikten, da der pflegerische Ansatz im Widerspruch zu den allgemeinen Anforderungen des Brandschutzes steht. Im Vorfeld sollte man sich daher folgende Fragen beantworten können:

  • Welche Planungsregeln sind für eine zeitgemäße Brandschutzplanung verfügbar?
  • Welches ist das richtige Evakuierungskonzept?
  • Welcher Anpassungsbedarf besteht bei bestehenden baulichen Anlagen?
  • Wie kann angemessen nachgerüstet werden?
  • Wann schützt ein Bestandsschutz vor unbotmäßigen Anforderungen?

Vor diesem Hintergrund sind geeignete Brandschutzmaßnahmen für Pflege- und Senioreneinrichtungen zu planen, oftmals auch mit individuellen Lösungen, die die spezifischen technische Gebäudeausstattung, Labore und die Medienversorgung der Einrichtungen berücksichtigen. Denn spätere Umplanungen bedeuten auch Zeitverzögerung und Zusatzkosten, die oft durch teure technische Lösungen entstehen. Auch das Thema Barrierefreiheit ist hier nicht zu vernachlässigen, denn viele der Patienten und Bewohner wären im Brandfall nicht in der Lage, sich selbst zu retten. Die aktuellen Regelwerke können hier bei der Brandschutzplanung helfen, daher sollte man sich hinsichtlich Normgebung und Baurecht stets auf dem aktuellen Stand halten.

 

Ein Beitrag von

Prof. Dr.-Ing. Gerd Geburtig

- Inhaber der Planungsgruppe Geburtig

- Prüfingenieur für vorbeugenden Brandschutz, VPI

- Honorarprofessor für das Fachgebiet “Brandschutz” an der Bauhaus-Universität Weimar

- Dozent EIPOS Dresden

 

 

 


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